Wiener Charme in Muttenz
-fl- Da kam ein vorwiegend, älteres Publikum doch wirklich wieder einmal in den Genuss einer Wiener Operette. Dass solche Aufführungen einem Bedürfnis entspechen, zeigte der, trotz strahlendem Herbstwetter, zahlreiche Besuch des Singspiels "Das Dreimäderlhaus" mit der Musik von Franz Schubert.
Die Initiantin Valeria Enz stellte dies in ihren Begrüssungsworten mit Befriedigung fest. Als Gesangslehrerin wollte sie ihren vorwiegend weiblichen Schülerinnen die Gelegenheit geben, öffentlich aufzutreten. Da sie ausser der Rolle für Franz Schubert nicht über genügend Männerstimmen verfügte, lieh sie sich kurzerhand bei Ibolya Barla, Dirigentin des Männerchors Muttenz, zwei Männer, aus (Andreas Ramseyer und Franz Wagner). Eine fröhliche Aufführung kam dabei zustande, in der viel gesungen und getanzt wurde.
Vater Ischöll (Giacomo Huber), der nicht nur bei der Regie half sondern gleich auch noch als Sänger mitwirkte, führte durch das Singspiel. Stolz präsentierte er seine drei Töchter Hannerl, Haiderl und Hederl, die, nicht nur stimmlich überzeugten, sondern auch wienerischen Charme versprühten. Da hatten es die Männer schon etwas schwerer; sie fanden sich vor allem im Chorgesang zu schöner Einigkeit und schwangen voller Elan das Tanzbein.
Stefan Meier als Franz Schubert vermochte seine Rolle als introvertierter, scheuer Verliebter ausgezeichnet zu spielen und zu singen und dürfte die Herzen der Zuschauerinnen mit dem Schlusslied "Ich schnitt es gern in alle Rinden ein" vollends gewonnen haben. Werner Müller am Klavier begleitete sehr einfühlsam die Aufführung, die Wienerzauber in den katholischen Pfarreisaal von Muttenz brachte.

Operette Schubert/Berté-Stück in der Kornfeldkirche
"Das Dreimäderlhaus" in Riehen
rz. Morgen Samstag, 18. Oktober, um 17 Uhr, wird in der Kornfeldkirche die Operette "Das Dreimäderlhaus" aufgeführt, die der ungarische Komponist Heinrich Berté 1916 nach Melodien von Franz Schubert geschaffen hat. Hauptverantwortliche ist die Riehener Gesangslehrerin Valeria Enz-Dudas.
Ihre Motivation beschreibt Valeria Enz-Dudas 50: "Ich war sechs Jahre lang als Sängerin im Schleswig-Hollsteinischen Landestheater engagiert. Deshalb ist es mir ein Anliegen, dass ich die Faszination für das Bühnenfach an meine Schülerinnen und Schüler weitergeben kann, denn was nützt die schönste Stimme, wenn man es nicht wagt, sie vorzuführen?"
Da sie heute vorwiegend junge Frauen unterrichte, habe sie ein Bühnenstück gesucht, das ihren Schülerinnen dankbare Rollen biete. Die Hauptpartie ("Franz Schubert") ist allerdings eine männliche Rolle und wird von Stefan Meier, einem begabten Schüler von Valena Enz-Dudas, gespielt. Die Rolle des Vaters der drei Mädel wird von Giacomo Huber gespielt, der sich auch an der Reglearbeit beteiligt hat. Huber ist Charaktertenor. In Sachen Regie ist die Produktion, die in der Region bereits einige Gastspiele gegeben hat, für ihn eine Premiere. Die übrigen Männerrollen wurden von Mitgliedern der Männerchöre Fischingen und Muttenz besetzt.
Im Ensemble mit dabei sind auch die Riehenerinnen Erika Breitenstein (als Mutter), Iris Würgler und Maria Laschinger. Maria Laschinger spielt zusammen mit Christine Horanyi und Anouk Pfrommer eine der drei Mädel-Rollen. Am Klavier begleitet Werner Müller das Ensemble.
Auf die Frage, ob die Zeit der Operette nicht vorbei sei und vielleicht in Städten wie Wien oder Budapest noch wirklich gepflegt werde, entgegnet Valena Enz-Dudas: "Für junge Leute kann eine Operette sogar eine Herausforderung sein. Die einzigartige Kombination von Schauspiel, Tanz und Gesang stellt hohe Anforderungen, denn es genügt hier nicht, nur schön zu singen." Auf jeden Fall habe das junge Ensemble eine wunderbare Probenzeit erlebt und sie hoffe nun, dass die Freude und Begeisterung auch auf das Riehener Publikum überspringen werde.
Ein Singspiel fürs Herz und fürs Gemüt
Frick "Das Dreimäderlhaus" von Schubert überaus erfolgreich aufgeführt
Erste Inszenierung mit der eigenen Gesangsklasse

"Das Dreimäderlhaus" Beschwingte und heitere Aufftihrung des Shuhert-Singspiels in Frick durch die Gesangsklasse von Valeria Enz-Dudas aus Riehen. Foto: HB
Eine grosse Zahl von Operettenfans ist in Frick in den Genuss einer reizenden Darbietung mit Musik und Liedern von Franz Schubert gekommen. Die Gesangsklasse von Valeria Enz-Dudas aus Riehen führte im reformierten Kirchgemeindehaus "Das Drei-Mäderlhaus" auf, ein Singspiel für Herz und Gemüt.
Valeria Enz-Dudas ist im Fricktal keine Unbekannte. Vielen Theaterbesuchern dürfte sie als Mitwirkende der Fricktaler Operettenbühne noch in bester Erinnerung sein. Wie sie in ihrer Begrüssung sagte, habe sie zwar schon etliche Schülerkonzerte organisiert, dies sei aber ihre erste Inszenierung mit ihrer eigenen Gesangsklasse. Es sei ihr ein Anliegen, ihre Schüler so oft wie möglich vor Publikum auftreten zu lassen. "Das Dreimäderlhaus", welches heute leider nur noch selten aufgeführt wird, wurde ausgewählt, weil man in der Klasse über die nötige Anzahl von Frauenstimmen verfügte. An Männerstimmen mangelte es freilich, weshalb man sich auf die Suche nach Gastsängern begab. In den Männerchören Muttenz und Fischingen wurde die Gesangslehrerin schliesslich fündig. Zuletzt war nur noch die Rolle des Vaters unbesetzt. In Giacomo Huber, einem Kollegen aus früheren Zeiten, habe sie nicht nur einen guten Sänger und Schauspieler, sondern auch einen wertvollen Mitarbeiter für die Regie gefünden, lobte Valeria Enz.
Das "Dreimäderlhaus" ist in Wien um 1826 angesiedelt. Die drei hübschen Schwestern Haiderl (Anouk Pfrommer), Hederl (Maria Laschinger) und Hannerl Tschöll.(Bettina Zimmerli) sind ins heiratsfähige Alter gekommen und werden von den "Schubertianern", Freunden des Komponisten Franz Schubert (Stefan Meier), umworben. Hederl und Haiderl schmieden bereits Heiratspläne und treffen sich heimlich mit ihren Liebsten Bruneder (Dietrich Weber) und Kupelwieser (Franz Wagner). Schubert fühlt sich zu Hannerl hingezogen, ist aber zu schüchtern, ihr dies einzugestehen.
Im zweiten Akt kommt es zu einer grossen Doppelhochzeit (mit prächtigen Kostümen), zu welcher Vater Tschöll (Giacomo Huber) und Mutter Tschöll (Erika Breitenstein) schliesslich ihren Segen gegeben haben. Während des Festes taucht die Sängerin Giuditta Grisi (Iris Würgler) auf, um festzustellen, ob der von ihr geliebte Baron, Franz Schober (Andreas Ramseyer), seine Gunst etwa Hannerl zugewandt habe. Sie warnt Hannerl vor dem "Schwerenöter" Franz, womit sie den Baron meint. Hannerl aber glaubt, dass Schubert gemeint sei, und wendet sich enttäuscht von diesem ab. Als Schober Hannerl auch noch ein von Schubert geschriebenes Liebeslied vorsingt, verliebt sie sich in den Baron, und der schüchterne Komponist geht leer aus.
Trotz des traurigen Ausgangs für den armen Schubert ist das von Heinrich Berte bearbeitete "Dreimäderlhaus" mitnichten eine Tragödie, sondern ein beschwingtes, herzerfrischendes Singspiel. Die Sängerinnen und Sänger gaben ihr Bestes. Besonders die anmutigen Schwestern Tschöll sangen und spielten sich mit viel Charme in die Herzen des Publikums hinein. In der männlichen Hauptrolle als Franz Schubert liess Stefan Meier aus Frick aufhorchen. Er meisterte seinen anspruchsvolien Gesangspart im zweiten Äkt bravourös. Der musikalische Hintergrund zu den beliebten Ohrwürmern, die zum Mitsummen anregten, stammte von Werner Müller am Klavier. Mit Blumen und viel herzlichem Applaus wurde die gelungene Aufführung in Frick verdankt. Schwer zu sagen, wem der heitere musikalische Abend mehr Freude bereitet hat, dem Publikum oder den Agierenden auf der Bühne. (hb)